Verein KISS - Zeit bleibt wertvollDie Altervorsorge der Zukunft

Basiswissen rund um KISS

Das bietet KISS im Alltag an

Kurz umschrieben bietet KISS Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften an. Das heisst keine ärztlich verordneten Pflegeleistungen, diese werde von der Spitex erbracht.

Leitbild KISS

Arbeitspapier Nachbarschaftshilfe nach KISS


Warum braucht es die Zeitvorsorge KISS?

Der Altersforscher François Höpflinger schätzt, dass sich die Zahl der 80-Jährigen und älteren Menschen in der Schweiz von heute 290‘000 Personen bis 2050 auf 608‘000 bis 720'000 Menschen erhöhen wird. Bis 2050 werden 300‘000-400‘000 Menschen mehr in einem Alter sein, in dem sie auf kleinere oder grössere Unterstützung angewiesen sind.  In der gleichen Zeit geht der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter zurück. Die Zahl der Freiwilligen aus dieser Altersgruppe wird sich wohl kaum erhöhen. Deutlich erhöhen wird sich die Zahl der Menschen im sogenannten dritten Lebensalter, zwischen 60 und 80. Sie sind zudem grösstenteils noch gesund, aktiv und in der Lage, in einem bestimmten Rahmen einen Beitrag zur Bewältigung der demografischen Veränderungen zu leisten. Die Zeitvorsorge gibt dafür einen Anreiz und die Möglichkeit, die eigene soziale Sicherheit fürs Alter zu erhöhen.

Geben und Nehmen von Mensch zu Mensch

Zeitvorsorge heisst direkte Unterstützung und Hilfe von Mensch zu Mensch. Durch die Begegnungen entstehen persönliche Beziehungen. Die Unterstützung anzunehmen ist zudem einfacher, wenn klar ist, dass die unterstützende Person in Form von Zeitgutschriften etwas dafür erhält.

Was sind Zeitgutschriften?

Die Masseinheit ist eine Stunde. Eine geleistete Stunde wird als Stunde gut­geschrieben und eine bezogene Stunde abgezogen. Die Art der in dieser Stunde erbrachte, bzw. bezogene Leistung ist nicht von Bedeutung. Eine Stunde bleibt eine Stunde.

Was will KISS?

Der absehbare starke Anstieg der Menschen über 80 darf nicht dazu führen, dass es solche gibt, die die nötige Unterstützung nicht mehr erhalten. Mit der Zeitvorsorge will KISS vor allem Anreize geben, dass Menschen verschiedenen Alters einander unterstützen. Für die Älteren bedeutet dies, dass sie z.B. länger in ihren vier Wänden eigenständig leben können, eine bessere Lebensqualität haben und die Jüngeren können  sich ein Zeitguthaben für ihr Alter anlegen. Das führt zu Begegnungen und Beziehungen und dadurch zu einem grösseren Kitt in der Gesellschaft. Und es entlastet die öffentliche Hand finanziell.

Schweizweit geldfreie 4. Vorsorgesäule

Zeitvorsorge muss in einer mobilen Gesellschaft möglichst überall möglich sein. Deshalb strebt der Verein KISS die Gründung von Genossenschaften in möglichst vielen Kantonen und Gemeinden der Schweiz an. Der Stand zurzeit (anfangs September 2014) ist so: Im Kanton Obwalden und der Stadt Luzern sind bereits seit über einem Jahr zwei KISS Genossenschaften mit Erfolg aktiv (ein Projekt läuft seit einigen Monaten in der Stadt St. Gallen unter der Ägide der Stadt). Vorbereitungen für KISS Genossenschaften laufen u.a. in den Kantonen Zug und Zürich. Auch andere Organisationen, die nach den Prinzipien von KISS arbeiten möchten, können sich KISS anschliessen. Der Aufbau einer Genossenschaft KISS kann ganz verschieden verlaufen, modellhaft kann man ihn wie folgt darstellen:

 

Die Umsetzung des Modells KISS geschieht sehr nahe an den beteiligten Personen, d.h. im Mittelpunkt der Tätigkeit von KISS stehen die Bedürfnisse der unterstützten Menschen. Das System KISS ist sehr dezentral aufgebaut, die Genossenschaften haben eine grosse Selbstständigkeit. Die Zusammenarbeit zwischen Verein und Genossenschaften ist direkt und bedarfsorientiert. Der Verein KISS ist die Dachgesellschaft. Er legt die gemeinsamen Rahmenbedingungen fest, stellt u.a. das EDV-System Cyclos zur Verfügung, unterstützt bei der Öffentlichkeitsarbeit und anders mehr.